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Beziehungen zu Deutschland

02.08.2017 - Artikel

Stand: Oktober 2018

Politische Beziehungen

Die enge Verbindung zwischen Deutschland und der Mongolei hat ihren historischen Ursprung in dem früheren Sonderverhältnis zwischen der DDR und der Mongolischen Volksrepublik.

Seit dem demokratischen Neuanfang der Mongolei im Jahr 1990 hat sich eine enge Partnerschaft mit dem wiedervereinigten Deutschland entwickelt, die sich auf alle Bereiche des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens erstreckt.

Die Mongolei sieht Deutschland als wichtigsten Partner innerhalb der Europäischen Union an. International treten beiden Staaten, insbesondere im Rahmen der Vereinten Nationen, gemeinsam für Demokratie und Menschenrechte ein. Die enge Kooperation beinhaltet auch das gemeinsame sicherheitspolitische Engagement in Afghanistan.

Der hohe Stellenwert der bilateralen Beziehungen zeigt sich nicht zuletzt an der Dichte gegenseitiger, hochrangiger Besuche.

Im Jahr 2014 besuchte anlässlich  des 40-jährigen Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen Bundesaußenminister Steinmeier das Land.

2015 reisten der mongolische Staatspräsident Elbegdorj sowie der mongolische Parlamentspräsident Enkhbold nach Deutschland. Im Oktober desselben Jahres besuchte Bundespräsident Gauck im Rahmen eines Staatsbesuchs in die Mongolei. 

Im Jahr 2016 nahm Bundeskanzlerin Merkel am ASEM-Gipfel in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator teil und wurde vom Staatspräsidenten Elbegdorj zum Gespräch empfangen. Es war bereits ihr zweiter Besuch im Land.

Wirtschaft

Deutschland ist neben Großbritannien der wichtigste Handelspartner der Mongolei in der Europäischen Union. Deutschland erzielt bei einem geringen Handelsvolumen strukturell einen deutlichen Exportüberschuss mit der Mongolei. Deutschland importierte  im Jahr 2017 Waren im Wert von rund 10,0 Mio. EUR aus der Mongolei. Die deutschen Exporte in die Mongolei beliefen sich auf Waren im Wert von rund 130 Mio. EUR. Der Außenhandelssaldo der Mongolei mit allen Ländern der EU betrug im Jahr 2017  309,2 Mio. EUR, wobei die Einfuhren aus der Mongolei einen Wert von 71,5 Mio. EUR und die Ausfuhren in die Mongolei380,7 Mio. EUR erreichten (GTAI).

Die Struktur der deutschen Ausfuhren setzt sich wie folgt zusammen: 13,6 % Maschinen, 19,4 % Nahrungsmittel, 12,4 % chemische Erzeugnisse; 12,3 Kfz und -Teile, 5,3 % Textilien/Bekleidung, 4,2 Mess-/Regeltechnik und 37,0 % sonstige Güter. Die Einfuhren aus der Mongolei bildeten für 2017 mit einem Anteil von 56,3 % Rohstoffe, 33,1 % Textilien/Bekleidung, 1,7% Maschinen/Metallwaren, 1,2 % Elektronik, 0,8 % Mess-und Regeltechnik, und 6,9 % sonstige Güter (GTAI).

Die Mongolei belegt bei den deutschen Einfuhren Rangstelle 150 und bei den Ausfuhren Platz 124 (GTAI).

Mit dem  2011 unterzeichneten Rohstoffabkommen zwischen der Bundesrepublik und der Mongolei ist eine partnerschaftliche Zusammenarbeit im Rohstoff, Industrie- und Technologiebereich zugunsten einer gesicherten Rohstoffversorgung-und Verarbeitung in beiden Ländern vereinbart worden. Durch Schaffung einer Wertschöpfungskette in der Mongolei sollen Erträge und Produktivität  erhöht werden. Dies soll zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung in der Mongolei beitragen.

Entwicklungszusammenarbeit

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ist seit über 25 Jahren in der Mongolei aktiv. Kurz nach Beginn der politischen und ökonomischen Wende in der Mongolei wurde bereits im Jahre 1992 ein Abkommen über die Technische Zusammenarbeit mit der Mongolei geschlossen. Deutschland ist einer der größten bilateralen Geber, neben Japan, USA, Korea und v.a. China, und mit Abstand das größte Geberland innerhalb der EU. Zwischen 1992 und 2016 erfolgten Zusagen in Höhe von knapp 400 Mio. EUR (Finanzielle Zusammenarbeit und Technische Zusammenarbeit). Dies ist einerseits Ausdruck der guten, freundschaftlichen Beziehungen und andererseits Anerkennung der erreichten Demokratisierung und des wirtschaftlichen Transformationsprozesses.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit leistet durch strukturbildende Maßnahmen einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage, zu umweltverträglichem Wachstum und zur Armutsminderung. Deutschland und die Mongolei  arbeiten in drei Schwerpunkten zusammen:

  •     Förderung einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung: Deutschland unterstützt die Mongolei bei der Ausgestaltung verschiedener Wertschöpfungsketten unter Berücksichtigung von Umwelt- und Sozialstandards. Durch die Kooperation im Bereich Berufsbildung sollen junge Mongolen und Mongolinnen bessere Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt bekommen.  Die Deutsch Mongolische Hochschule für Rohstoffe und Technologie (DMHT), in der Spitzeningenieure/innen nach internationalen Standards ausgebildet werden, ist ein sichtbares Aushängeschild der Kooperation.  Seit über zwei Jahrzehnten wird auch das mongolische Justizsystem unterstützt.
  •     Biodiversität: Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit leistet technische Beratung beim Erhalt der biologischen Vielfalt und leistet so auch einen wichtigen Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel. Ferner wird im Rahmen der finanziellen Zusammenarbeit mit der Unterstützung von Naturschutzgebieten ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der einzigartigen Ökosysteme der Mongolei und zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen, die von und mit der Natur leben, gleistet.
  •     Energieeffizienz: Durch Rehabilitationsmaßnahmen für bestehende Übertragungsnetze bzw. bei vorhandenen Kraftwerken werden Energieverluste und umweltschädliche Emissionen gemindert. Gleichzeitig wird die politische Ebene zu Themen wie Energieeffizienz und Erneuerbare Energien beraten. Energetische Gebäudesanierung  v.a. von Schulen und Kindergärten wird ein immer wichtigerer Schwerpunkt der Zusammenarbeit.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Hanns-Seidel-Stiftung und die Friedrich-Ebert-Stiftung unterhalten Büros in Ulan Bator und leisten wichtige Beiträge zur Festigung demokratischer Strukturen.

Kultur und Bildung

Ausgehend von den engen Bindungen an die DDR sind bis heute bei etwa 30.000 Mongolen gute Kenntnisse der deutschen Sprache und persönliche Vertrautheit mit Deutschland vorhanden. Gemessen an der Größe der Bevölkerung hat die deutsche Sprache damit eine in Ostasien einzigartige Bedeutung.

Die kultur- und bildungspolitische Zusammenarbeit ist eng und vielfältig: Das 2017 Goethe-Institut, seit 2017 zu einem Vollinstitut aufgewertet, leistet hoch geschätzte Kultur-und Spracharbeit; an zwölf mongolische Schulen  lernen insgesamt 3000 Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Partnerschul-Initiative PASCH der Bundesregierung Deutsch.  Einen Schwerpunkt der Wissenschaftskooperation  bildet die seit 2014 bestehende Deutsch-Mongolischen Hochschule für Rohstoffe und Technologie (DMHT).. an der

Mit Unterstützung der Deutschen Welle Akademie (DWA) führt der Anfang Januar 2015 gegründete Medienrat (Presserat) der Mongolei  regelmäßige Trainings und Erfahrungsaustausche im Bereich des investigativen Journalismus durch.

Archäologie

In den vergangen 20 Jahren hat sich die Archäologie zu einem Schwerpunkt der bilateralen Forschungskooperation herausgebildet.  Zahlreiche nationale und internationale Ausstellungen, Konferenzen und Publikation sind Beleg für den Erfolg dieser Kooperation.

Seit 1998 betreiben das Deutsche Archäologische Institut (DAI), die Universität Bonn und die Mongolische Akademie der Wissenschaften gemeinsame Ausgrabungen in der alten Hauptstadt Karakorum („Mongolisch-deutsche Karakorum-Expedition“). Seit 2000 stehen diese unter der Schirmherrschaft des deutschen und des mongolischen Staatsoberhauptes.

Das 2007 begonnene Kooperationsprojekt von DAI und der Akademie der Wissenschaften hat das Ziel, wichtige Stätten im Tal des Orkhon-Flusses - einer der zentralen Stätten des mongolischen Reiches und seit 2004 UNESCO-Weltkulturstätte - zu erforschen. Im Zentrum der gegenwärtigen Forschungen steht die alte uighurische Hauptstadt Karabalgasun. Die Forschungen der Universität Bonn haben derzeitig den Schwerpunkt im oberen Flusstal des Orkhon.

Im Mai 2016 konnte das Kulturerhaltprojekt des DAI „Große Halle von Karakorum“ auf dem historischen Grund, der alten Hauptstadt der Mongolen, der Erben Dschinghis Khans aus dem 13. Jh., feierlich eingeweiht werden. Mit der Freilegung und Konservierung einer großen Tempelanlage der alten Hauptstadt Karakorum werden Ergebnisse der gemeinsamen archäologischen Forschungen erstmals dauerhaft und unmittelbar am geschichtsträchtigen Ort bedeutende der interessierten Öffentlichkeit präsentiert. 

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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